Alles ...egal 😏

Die Idee zu diesem Beitrag ist im Laufe der letzten Woche gekommen. Ich stand am Parkplatz und habe auf meine Frau gewartet, die noch etwas im Drogeriemarkt besorgen musste. Als eine ältere Frau (ca. Mitte 70) auf ihr Auto zusteuert. In der einen Hand hat sie ihren Einkaufskorb, in der anderen Hand eine Zigarette. Was dann passiert ist, mag zwar eine Kleinigkeit sein, aber wenn man genau darüber nachdenkt, ist es das eben nicht! Seitdem fallen mir immer wieder Situationen auf, in denen wir genau so oder so ähnlich handeln (ich nehme mich da gar nicht aus). Bevor Sie also in ihr Auto einsteigt, nimmt sie einen genüsslichen Zug von ihrer Zigarette und schmeißt sie auf den Boden. Wird schon jemand wegräumen… Mir doch …egal!


Mir doch …egal! 


Der Paketdienst-Fahrer lässt den Motor laufen, bis er das Paket beim Empfänger abgegeben hat… Benzin zahlt ja der Chef, den Rest übernimmt die Umwelt… Mir doch …egal!

Billig-Fleisch aus dem Supermarkt, wie es den Tieren dabei so ergeht… Mir doch …egal!


Grillparty mit Freunden. Schnell alles beim Discounter besorgt, die ganz Aschentonne voll dreckigen Plastikmüll gestopft… Mir doch …egal!


Schnell in den Urlaub in’s Krisengebiet. Ein Urlaub im Jahr muss schon sein, das hab ich mir verdient. Ob ich krank zurückkomme und andere anstecke… Mir doch …egal!


Angelausflug mit Freunden. Die Natur genießen. Der Fang geht mit nach Hause, der Müll bleibt hier… Mir doch …egal!


Fast Food, Soft Drinks, Süßigkeiten. Was mit meinem Körper auf Dauer dabei passiert… Mir doch …egal!


Stundenlang am Handy. Neue Staffel ist bei Netflix online. Für meine Beziehungen habe ich keine Zeit… Mir doch …egal!

Konzerne greifen meine Daten ab. Werbung personalisiert… Mir doch …egal  (das wollte ich sowieso kaufen)!

Der neue Fernseher muss schon sein. Der aktuelle ist ja kein QLED 4K, SMART TV. Kann ich mir zwar nicht leisten. 0% Finanzierung beim Elektrohändler… Mir doch …egal!

Das Letzte mal Sport vor 10 Jahren, Herzkreislaufsystem… Mir doch …egal.


Ok, das reicht. Ich glaub man merkt, auf was ich hinaus möchte. Tagtäglich tun wir Dinge, die wir nicht tun möchten. Aber aus irgend einem Grund machen wir es trotzdem. Oftmals belügen wir uns selbst bzw. haben für unsere schlechten Angewohnheiten immer eine Ausrede parat. Irgendwann glauben wir uns diese doch selbst nicht mehr.



Wer kennt das nicht, wir nehmen uns etwas vor, aber insgeheim wissen wir, das wir uns selber belügen. Wir werden das nicht umsetzen.  Wie Jonathan Safran Foer in seinem Buch "Tiere essen" seinen Wandel zum Vegetarier beschreibt: “ich hatte schon zu viele Vorsätze gefasst, um noch an sie zu glauben.”

Aber möchten wir nicht alle eine Person sein, auf die sich andere 100 % verlassen können? Warum nicht auch eine Person sein, auf die ich mich selber zu 100 % verlassen kann. Sagt nicht das alte Sprichwort: "Wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen." Auf wenn kann ich mich dann verlassen… Naja, irgendwer wird’s schon richten… Mir doch …egal!

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