• Fabian Eckert

Fossile-Energien-Fasten

Aktualisiert: 15. Dez 2019

Wie letzte Woche angekündigt, zeigen wir dir diese Woche den Einstieg in das Fossile-Energien-Fasten.

Fossile Energien sind für 75 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Diese CO2-Emissionen entstehen durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle. Um die Erderwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit unter 2 °C zu belassen, ist es ratsam, dass bis 2070 endgültig aus der Verbrennung von fossilen Energien ausgestiegen wird, wobei vor allem in den kommenden Jahren die höchsten Reduktionen stattfinden müssen.

Das Gute ist, dass wir heute bereits die technischen Voraussetzungen hätten, diesen Schritt zu gehen. Aufgrund unserem liebgewordenen Leben mit allem Komfort, können wir das notwendige Dekarbonisierungstempo aber nicht gehen. Dekarbonisierung bedeutet dabei, die Abkehr von der Verbrennung kohlenstoffhaltiger, fossiler Rohstoffe.


"Was kann ich als Einzelperson schon tun?"

Wir wünschen uns, dass die Politik alles für uns regelt oder wir schieben den schwarzen Peter der Industrie zu, mit der Begründung, diese liefert keine Alternativen. Aber, dass wir selbst viel machen können, lassen wir mit dem Argument "was kann ich als Einzelperson schon tun" links liegen. Erst ein Zusammenspiel der Drei (Industrie, Verbraucher und Politik) schafft Synergien, die wir für eine Bekämpfung des Klimawandels benötigen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien vor zehn Jahren ist ein positives Beispiel dafür. Alle drei Parteien profitierten.



Die Elektromonobilität in Deutschland hätte ein weiteres Beispiel werden können. Keiner der Drei wollte aber die Verantwortung übernehmen. Der Verbraucher verschiebt seit Jahren den Kauf, mit den Argumenten zu geringer Reichweite und zu teuer. Die Industrie lieferte aufgrund der geringen Nachfrage zu wenige Alternativen. Und die Politik schaffte zu geringe Anreize, sowohl bei Investitionen als auch bei der Infrastrukturbereitstellung. Vom ursprünglichen Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Straßen zu bringen, haben wir bis Ende November 2019 gerade mal 14 % erreicht. Naja, einen Monat haben wir ja noch :). Zudem werden die Autos immer größer und schwerer, wobei eher kleinere, effiziente sinnvoller wären. Diese Verantwortungsdiffusion sollte unterbrochen werden.

Wir als Verbraucher sollten also bei der größten Aufgabe unserer Gesellschaft das Heft in die Hand nehmen und nicht länger auf die Politik hoffen. Wenn wir alle, die z. B. am 20.09.2019 an den Fridays for Future Demonstrationen in Deutschland teilgenommen haben, auf Flugreise verzichten würden, wäre das ein disruptives Ereignis. Zum einen würde sich die Industrie Gedanken über Alternativen machen, wie z. B. einen europaweites Schnellstreckennetz, und die Politik hätte auch keine Probleme, stärker gegen Flugreisen vorzugehen. Solange wir aber uns selbst nicht maßregeln, macht keiner den ersten Schritt und wir werden mit dem notwenigen Klimaschutz scheitern.


Lass uns also gemeinsam den ersten Schritt wagen und uns mehr und mehr von fossilen Energien verabschieden. Lass uns dabei, wie letzte Woche angekündigt, zuerst an die dicken Fische heranwagen. Anschließend können wir dann die kleinen aber feinen Details ändern. Was spricht dagegen:


  • seinen Strom von einem Ökostromanbieter zu beziehen,

  • seine nächste Urlaubsreise in Deutschland oder Europa, angereist mit dem Nachtzug, zu verbringen oder

  • sein Haus/Wohnung etwas auf Vordermann zu bringen, damit weniger geheizt werden muss.


Wir in Deutschland haben die Vorrausetzungen, bereits heute ein klimafreundliches Leben zu leben, wir müssen diese nur nutzen. Wir brauchen dazu auf keine Entscheidungen der Politik warten. Einzig etwas Wille und Selbstdisziplin reicht!

Nimm dir aber nicht zu viel vor. Eins nach dem anderem reicht vollkommen. Stell dir deine Neujahresvorsätze vor. Wenn ich zum Rauchen aufhören will und gleichzeitig noch 10 Kilo abnehmen will, ist es von vorneherein schon zum Scheitern verurteilt. Konzentriere dich auf eines, bis es zur Gewohnheit geworden ist und dann kannst du das nächste angehen.

Nächste Woche werden wir euch mit einer Mottochallenge überraschen. Da geht es dann um etwas Selbstdisziplin. Welches Thema es hat, erfährst du dann nächsten Mittwoch. Kleiner Tipp: Wir wünschen es uns weiß, aber dieses Mal wird es grün ;)

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