• Fabian Eckert

Klima-Faktencheck: Auto vs. Fahrrad - was ist klimafreundlicher?

Aktualisiert: Feb 4

Die Überschrift mag zunächst als Clickbait klingen, ist es aber nicht. Denn nicht in jedem Szenario kann das Fahrrad das Auto in Sachen Klimaschutz schlagen. Wie das zustande kommt zeigen wir dir in diesem Beitrag.



In unserem Buch (Die 35-Tae Challenge - Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben) haben wir bereits diesen Sachverhalt angedeutet, aber wir möchten nun diesen näher untersuchen und mit Zahlen hinterlegen. Ausgangspunkt dieser Debatte ist eine Aussage eines AFD-Politikers, dass Fahrradfahren aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten schlechter ist als Autofahren.


Für eine gute Vergleichbarkeit möchte wir gewissen Rahmenbedingungen festlegen. Es werden hier nur die Energiewerte berücksichtigt, d. h. wie viel CO2 für den Vortrieb des jeweiligen Vehikels verursacht wird. Andere negative Auswirkungen werden später noch aufgelistet, aber nicht berücksichtigt. Wir vergleichen das Fahrrad mit dem Auto und dem Bus. Außerdem betrachten wir, welche Auswirkung es hat, wenn wir diese Betrachtung auf zwei Personen ausweiten. Als Person tritt eine 80 kg schwere Person an, die einen einfachen Arbeitsweg von 20 km hat, also 40 km pro Tag fährt.


Zu den Fakten:

Das verwendete Auto benötigt entweder 5,5 Liter Benzin oder 20 kWh Strom auf 100 km. Der Fahrradfahrer benötigt 580 kCal für 20 km bei hohem Tempo (Wert gemessen durch meine GPS-Laufuhr). Der Bus verursacht als Fernlinienbus nach UBA 29 g/CO2 pro Personenkilometer.



Es zeigt sich, dass das Auto dann klimafreundlicher als das Fahrrad ist, wenn die Kalorien des Radfahrers ausschließlich durch Schweinfleisch, Gemüse außerhalb der Saison (z. B. Tomaten) oder Rindfleisch gedeckt wird. Das Elektroauto wird noch durch Käse geschlagen. Dies wäre eine sehr einseitige Ernährungsweise und deshalb sehr unwahrscheinlich. Gehen wir aber einen Schritt weiter, zeigt sich, dass sich der Bus gegen alle tierischen Produkte in unserer Liste durchsetzt. D. h. wer sich klimafreundlich fortbewegen will und einen Großteil seiner Kalorien über Fleisch, Käse, Eier oder Milch zu sich nimmt, der sollte eher auf den Bus als auf das Fahrrad setzen.



Werden die Kalorien über Fleisch, Milch oder Käse gedeckt, ist es günstiger, es wird mit dem Auto zu zweit gefahren als jeder einzeln mit dem Fahrrad. Das E-Auto schlägt dabei alle nicht veganen, nicht verarbeiteten, saisonalen Lebensmitteln. Der Bus ist weiterhin sehr klimafreundlich, kommt an den pflanzenbasierten "Sprit" nicht heran.


Die Quintessenz dieser ganzen Untersuchung ist nicht, das Rad gegenüber dem Auto schlecht darzustellen, sondern die Auswirkung unserer Ernährungsweise auf die Umwelt offen zu legen. Ebenso wie bereits beim Artikel Plastikfasten war gestern, heute retten wir die Welt wollen wir euch zum Nachdenken bewegen, dass immer der Gesamtkontext zu beachten ist und eine einseitige Blickweise am Ende nicht den gewünschten Effekt erfüllt.


Das Ergebnis unserer Betrachtung soll zeigen, welch geringen Einfluss eine vegane vollwertige (ohne Fertigprodukte siehe z. B. Tiefkühlpommes) Ernährungsweise auf unsere Umwelt hat.



Zucker steht zwar an erster Stelle, wird aber von uns aufgrund der negativen Auswirkung auf unseren Körper als Nahrungsmittel nicht empfohlen.

Wie eingangs beschrieben werden nur die unmittelbaren CO2-Emissionen des "Sprits" berücksichtigt. In der Debatte müsste aber z. B. die Flächenversiegelung der Straßen, der Verschleiß, Mikroplastik durch Reifenabrieb, Lärm, Abgase etc. berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite muss beim Fahrrad beim Pendeln in der Früh und abends geduscht werden, es fällt mehr Wäsche an, die gewaschen wird, und die Nahrung muss auch noch zubereitet werden etc. All dies wirkt sich zusätzlich auf den CO2-Fußabdruck aus.


P.S.: wer sich über die Positionierung einiger Lebensmittel wundert. Zucker liegt so weit vorne, da es sehr viele Kalorien im Vergleich z. B. von Gemüse pro 100 g Lebensmittel hat. Deshalb schneidet Butter, das Lebensmittel mit dem höchsten CO2-Fußabdruck aller Lebensmittel pro 100g, besser ab, da es im Gegensatz von z. B. Fleisch sehr viele Kalorien hat. Der Apfel liegt relativ weit hinten, da hier der Apfel des ganzen Jahres betrachtet wird. Wird die regionale, saisonale Variante gewählt, würde sich dieser viel weiter vorne platzieren.


Ergebnis: Eine pflanzenbasierte, basische Ernährungsweise ist der ideale Treibstoff für unseren Körper!




Quellen:

Grabolle, A., & Loitz, T. (2007). Pendos CO2-Zähler: Die CO2-Tabelle für ein klimafreundliches Leben ; die wichtigsten Zahlen, Fakten und Vergleiche zu Konsum, Strom, Heizen und Mobilität (2. Aufl.). Pendo Verlag.


Klimateller.de. (2020). KlimaTeller App. https://www.klimateller.de/


Stegmaier, G. (2016). Wie weit reichen 400 km NEFZ-Reichweite wirklich? Fahrbericht Renault Zoe (2017) Z.E. 40. https://www.auto-motor-und-sport.de/fahrbericht/renault-zoe-2017-z-e-40-fahrbericht-elektroauto/#!


UBA. (2017). Bus und Bahn fahren. https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/bus-bahn-fahren#textpart-3


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