• Fabian Eckert

Rückblick: fossiles Energien fasten

Aktualisiert: Juni 8

Nun ist der Mai vorbei, in dem ich versucht habe, komplett auf fossile Energien zu verzichten. Ich möchte dir nach dem Monat meine Erfahrungen und Erkenntnisse mitteilen. Die zwei wichtigsten sind, es ist gar nicht so schwer, aber irgendwie auch unmöglich. Meine Regeln waren ja, keine fossile Energien für Strom, Wärme und Mobilität zu nutzen sowie meinen Konsum (ausgeschlossen unverarbeitete Nahrungsmittel) einzustellen.

Da ich Ökostrom habe, war dies kein Problem. Die Heizung lief im Mai auch nicht mehr, auch nutze ich generell kein Warmwasser, weshalb dies auch kein Problem darstellte. Da ich bis auf Rübensirup, Tomatenmark sowie ab und an einen Haferdrink für meinen Lupinenkaffee keine Fertignahrungsmittel habe und sonst alles unverarbeitet bei mir zu Hause ist, war auch der Punkt "Ernährung" kein Problem. Schwieriger war es da schon bei der Mobilität. Hier musste ich drei Mal auf fossile Energien ausweichen. Zunächst einmal viel es mir als Freund des Drahtesels nicht schwer, meine Personenkilometer mit dem Fahrrad zu bewältigen. Hier halfen mein großer Wanderrucksack (für Foodsharing und Einkauf) sowie mein Fahrradanhänger (Transport von schweren oder großen Dingen auf wenigen Kilometer). Das erste Mal fossile Energien nutze ich mit dem Bus, als ich mein Stadtrad zur Wartung nach Hause holte. Das hätte ich auch im neuen Monat machen können, aber dann wäre ja die Nutzung nur aufgeschoben und nicht aufgehoben, was dann auch keinen Sinn macht.

Schwieriger stellten sich da meine Transportkilometer dar. Ab einer gewissen Größe sowie Gewicht sind die Möglichkeiten des Menschen leider beschränkt. Da wir gerade unser Haus umbauen, mussten wir Dinge liefern lassen oder holen, was ohne (geliehenes) Fahrzeug nicht mehr möglich war.

Dies gilt ebenso für den Konsum, den ich ebenfalls einstellen wollte. Außerhalb des Hausumbaus hat es super geklappt, für den Umbau mussten aber Dinge gekauft und mehrmals geliefert werden. Eine weitere Erkenntnis aus dem Hausbau. Es ist einfach unmöglich, sich Teile für das Haus zu besorgen, ohne dabei nicht auch Unmengen an Verpackungsmaterial zu produzieren. Alles ist doppelt und dreifach verpackt. Einerseits ist es auch gut so, denn dadurch werden die zum Teil teuren Gegenstände geschützt. Andererseits wird hier Müll mehrerer Jahre produziert. Eine gut funktionierende Recycling-Wirtschaft ist daher von Vorteil. Kurzum kann ich auf die Schnelle nicht erkennen, wie hier Zerowaste (was wünschenswert wäre) erreicht werden könnte. Wahrscheinlich ist der beste Weg, hier ein Zusammenspiel aus folgenden Maßnahmen, die jeder machen kann:

  • Beim Kauf schon darauf zu achten, ein Produkt zu wählen, dass mit wenig Verpackung daherkommt. Auf der anderen Seite schützt die Verpackung auch beim Transport oder Witterungseinflüssen. Es sollte also nicht an der falschen Stelle gespart werden

  • Wo möglich, Gebrauchtes zu kaufen oder bei einem Umbau versuchen, das Alte vorsichtig abzubauen und wiederzuverwenden.

  • Verpackung wiederzuverwenden:

- Karton: zum Unterlegen z. B. beim Weißen, als Schachtel zum Aufbewahren

- Folien: als Regenschutz, zum Unterlegen, in Blumenkästen

- Tüten: zur Aufbewahrung, zum Transport, als Mülltüte

  • Sorgfältig trennen: oft besteht das Verpackungsmaterial aus verschiedenen Materialien, zum Teil zusammengeklebt oder verschweißt. Ungetrennt ist es ein Fall für die Restmülltonne (auch wenn du es in den gelben Sack wirfst 😊) Dort wird der wertvolle Rohstoff einfach verbrannt. Nur richtig getrennt, kann das Material auch der Kreislaufwirtschaft wieder zugeführt werden

  • Richtig entsorgen: Es hilft wenig, wenn alles in die Restmülltonne geklopft wird. Daher macht es durchaus Sinn, das ganze Material, das bei einem Bau anfällt, bei einem Wertstoffhof zu entsorgen.

Mit diesen fünf Tipps kann ein einigermaßen grünes Gewissen aufrechterhalten werden. Mit diesem Kompromiss muss wohl gelebt werden. Ich lasse mich gerne eines besseren Belehren. Schreibe es uns in den Kommentaren. Um den Kreis zu schließen und die Worte vom Anfang nochmal aufzugreifen. Für mich war es einfach, keine fossile Energien zu nutzen. Aufgrund unserer Umbauarbeiten war es aber auch irgendwie unmöglich. Für den Transport, die Herstellung sowie für die Verpackungsmaterialen kommt man (heute?) nicht umhin, fossile CO2-Emissionen zu produzieren. Wahrscheinlich sogar mehr als einem lieb ist. Ist diese einmalige Sondersituation beendet, werde ich die Challenge nochmals angehen und da bin ich sicher, dass ich es einen Monat hinbekomme.


Fazit: für alltägliche Dinge lässt es ich leicht auf fossile Energien verzichten, da sich hier schnell Abhilfe geschaffen werden kann. Bei Sondersituationen sind Ausnahmen aber unumgänglich. Die Beispiele von oben sollen daher nicht dazu dienen, zu zeigen, wie ein Umbau möglichst umweltfreundlich gestaltet werden kann, sondern diese sollen zeigen, dass auch Sondersituationen bewusst bewältigt werden können. Ausnahmen sollten aber nicht zur Regel werden und die Grenzen zwischen Alltag und Ausnahme solltest du dir klar setzen!


P.S.: Mit der Challenge im Hinterkopf habe ich versucht, die notwendigen Transportkilometer so effektiv wie möglich zu nutzen. So wurden Bestellungen gebündelt oder wo mitbestellt. Auch habe ich Abholungen z. B. mit dem Arbeitsweg von Bekannten/Verwandten koordiniert. So konnte ich zwar die Nutzung fossiler Energien nicht umgehen, aber zumindest erheblich reduzieren.

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