• Fabian Eckert

Wege aus den Krisen: Der Verbraucher

Wir haben euch schon vorgestellt, was die Politik machen kann, um uns den Weg aus der Coronakrise und die Vermeidung der Klimakrise zu ebnen. Das dort Genannte sind alles Instrumente, die die Politik ergreifen muss. Was können wir aber als Verbraucher tun, um einerseits die Wirtschaft anzukurbeln, gleichzeitig aber auch Investitionen für das Klima zu tätigen und unsere Resilienz (Widerstandsfähigkeit) zu steigern?

  1. Das Internet liefert uns natürlich weitreichende Möglichkeiten für den Konsum. Wir sollten uns aber wieder vermehrt auf regionale Geschäfte konzentrieren und uns um regionalen Waren bemühen. So wird der reichste Mann der Welt nicht noch reicher, dessen Firma zudem nur wenig Steuern zahlt und seine Mitarbeiter meist nicht besonders behandelt. Regionaler Konsum erhöht die Wertschöpfung im Land und das Geld kommt bei den einfachen Bürgern an. Andere Internetriesen profitieren auch von der Krise, aber vielleicht sollten wir wieder mehr an uns denken. Wie wäre es denn statt dem Netflix-Abo Gutscheine für das kleine Kino nebenan zu kaufen und so den Erhalt dieser zu ermöglichen. Oder kauf ein Buch beim regionalen Buchhändler.

  2. Da ein Teil des Konsums heute nicht mehr möglich ist, bleibt grundsätzlich etwas mehr Geld übrig. Dies kann ausgegeben werden für z. B. Gemüse aus der Region auf einem Markt. Dies ist möglichweise etwas teurer, aber es wird nicht importiert und kann so dem deutschen Bauer das Überleben seines Betriebes retten.

  3. Aber auch andere Investitionen sollten im Hinblick auf den Klimaschutz gerade jetzt getätigt werden. Tausche alte Elektrogeräte aus, die Stromfresser sind, wie der alte Kühlschrank, die Waschmaschine oder die Geschirrspülmaschine, Geräte, die für uns essentiell sind. Der alte Trockner nicht, da Wäsche ja eh nur aufgehängt werden sollte! Um im Sprachgebrauch der Agora-Energiewende zu bleiben, ein sogenannter "doppelter Booster", denn mit der Investition unterstützt du die deutsche Wirtschaft und machst dich gleichzeitig unabhängig von steigenden Strompreisen und schonst das Klima.

  4. In Zeiten von und nach Corona sollte auch wieder vermehrter Fokus auf unsere Gesundheit liegen. Wir sollten die Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen und uns nicht zu sehr auf Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente und unser Gesundheitssystem verlassen. Es ist gut, dass Deutschland eine so gute Gesundheitswesen hat, das steht außer Frage. Aber trotzdem ist jeder mit einer Vorerkrankung in der Risikogruppe, er oder sie gefährdet sich aufgrund mangelnder Bewegung oder schlechter Ernährung selbst. Herz-Kreislauf-Erkrankungen z. B. werden hauptsächlich verursacht durch Rauchen, Alkohol, mangelnde Bewegung, Stress und ungesunde (übersäuernde) Ernährungsweise. Hier ist ein idealer Angriffspunkt, um vermehrt wieder selbst zu kochen (baut auch Stress ab). Kauf dir z. B. einen Schnellkochtopf, mit dem du energiesparend und schonend leckere Rezepte zaubern kannst. Eine Investition für deine Zukunft. Auch wenn du nicht der Sportbegeistere bist, kannst du z. B. ein neues, hochwertiges Rad kaufen. Es gibt viele Fahrradmanufakturen, die für jede Anforderung ein passendes Fahrrad haben. Aber lass die Finger von Heimtrainern, denn damit kommst du nicht zum Einkaufen ;)

  5. Urlaub im Ausland wird in diesem Jahr auf absehbare Zeit nicht möglich sein. Flugreisen sind sowieso das umweltschädlichste, was du machen kannst. Daher sind für eine klimafreundliche Zukunft nahe Ziele empfohlen, also solche, die du noch bequem per Zug, Bus oder auch mal mit dem Auto erreichen kannst. Dazu zählen wir auch Europa hinzu, wenn die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben wurde. 2020 können wir das deutsche Gastgewerbe wieder in Schwung bringen, indem wir unseren Urlaub in Deutschland machen. Die Krise bietet uns die Möglichkeit, sich wieder an Urlaube in der Region zu gewöhnen. Vielleicht kannst du auch mit deinem Fahrrad Deutschland bereisen. Der Zug ist dafür dein idealer Partner. Nächstes Jahr können wir dann unsere Nachbarn, die Corona noch härter getroffen hat, beim Wiederaufbau unterstützen.

  6. Wie die Agora-Energiewende geschrieben hat, soll die Politik wieder Investition in erneuerbare Energien (EE) stärker anreizen oder einen Heizungsaustausch ermöglichen. Dazu gehört natürlich ein Verbraucher dazu, der bereit ist, die Investition zu tätigen. Ich möchte dir hier "Vierfach Booster" vorstellen.

- Durch z. B. Geldanlagen in den Bau von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien kannst die Energiewende voranbringen, die Wertschöpfung in Deutschland erhöhen (es müssen z. B. keinen fossilen Rohstoffen importiert werden), etwas für deine Altersvorsorge tun und die Wirtschaft ankurbeln.

- Hausbesitzer können z. B. eine PV-Anlage kaufen. In Kombination mit Eigenverbrauch rentiert sich diese auch mit geringer, aber nicht zu vernachlässigender EEG-Vergütung. Bei Fragen stehen wir hier gerne zur Verfügung.

- Derzeit bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) einen starken Anreiz seine alte (Öl-)Heizung auszutauschen. Bis zu 45 % der anfallenden Kosten (Investition und notwendige Umbauarbeiten) werden gefördert, wenn dafür eine Heizung auf Basis von Biomasse (z. B. Pellets) oder Wärmepumpen eingebaut werden. Eine einmalige Chance, deine Heizung für die Zukunft aufzustellen. Mit dem Austausch hilfst du dem Klima, erhöhst die regionale Wertschöpfung statt fossile Energien zu importieren, du sparst in Zukunft Heizkosten und hilfst dem Mittelstand! Ein Gewinn für alle sozusagen.

Mit zielgerichtete Investitionen könnten wir beide Krisen - Corona und Klima – einigermaßen gut managen und gleichzeitig sogar noch weitere Multiplikatoren schaffen, wie z. B. die Förderung deiner eigenen Gesundheit oder den Aufbau einer Altersvorsorge.

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